Die Silberstrahlreise

Es war einmal..nein es war nicht einmal sondern vorgestern. Die kleinen Zwillingshähnchen Pieps und Pops lagen im Bett und sollten schlafen.  Der Mond erschien wie eine leuchtend riesengroße Kugel am Himmel, genau über der Spitze der Birke. „Wohin wird er jetzt gehn?“ Fragte Pieps. Nach Australien, wo die kleinen Coalabärchen leben, meinte Pops. Oder nach Afrika, wo er auf die Giraffen hinabschaut. „Der hats gut,“meinte  Pieps und fragte:“Was meinst du, Pops, ob der Mond da oben auch Hühner hat und solche kleinen Hähnchen, wie wir beide es sind“. „Fragen wir ihn doch.“ Pops öffnete das Fenster. Pieps meinte, dass der Mond bestimmt nicht reden könne. Jedenfalls hätte man darüber noch nichts in der Zeitung gebracht. Trotzdem riefen sie ihre Frage laut zu ihm hinauf . Geantwortet hat er nicht. Aber die Kugel schwankte leicht hin und her, was „nein“ heißen sollte, wie die beiden glaubten. Nun hielt sie nichts mehr im Bett. Sie hatten entdeckt, dass der Mond lange Silberstreifen zur Erde, genau in den kleinen Teich warf. „Wir sollen über die Brücke zu ihm kommen,“ Pieps packte eine Reisetasche mit Kuchenkrümeln und Körnchen. Dann stiegen sie zum Fenster hinaus und trippelten zum Teich. „Ins Wasser gehe ich nicht.“ Pops wusste, dass sie beide noch nicht das Schwimmen  gelernt hatten. Der Silberstreifen wanderte aber auch noch etwas höher, nämlich auf die Birke. Also kletterten sie mühsam auf die Spitzedes Baumes. Ratsch, da zog der Streifen leider gerade wieder ein Stück weiter. Der Mond hat es ganz schön eilig, stellten die Zwei fest. Was nun? Hinüber zum Rathausturm. Als sie keuchend oben an der Spitze ankamen, zog der Mond den Strahl ein winziges Stück weiter. Der Spalt war nur klein. So fassten sie sich an und sprangen gemeinsam hinüber zum Streifen. Ach Kinder, und dann ist es passiert, sie fielen durch den Mondstrahl hinab und direkt in den Teich. Sie prusteten und strampelten und schrieen vor Schreck um die Wette: kikeriki, kikeriki. Was sie vorhr noch nie gekonnt hatten. Das lockte einen Hund an, der auch nicht schlafen konnte. Er hatte Ball gespielt und warf den erstmal in den Teich, damit sich die Hähnchen festhalten sollten. Dann sprang er hinein und rettete die Hähnchen. Und der Mond? Ob ihr es glaubt oder nicht, lachte über beide Backen, bevor er um die Ecke und nach Afrika entschwand. Die Hähnchen aber aßen die Reiserasche mit den Körnchen und Krümeln leer. Und dann schliefen sie immer noch nicht, hockten sich auf alles, was größer war als sie und riefen die ganze Nacht durch ihr neu entdecktes“Kikeriki und kikeriki.“ Damit weckten sie die Hunde und Katzen, die Papageien und Esel und Enten, und alle zusammen gaben ein Nachtkonzert. „Nur für mich,“ dachte der Mond, der es bis nach Afrika tönen hörte.

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Das sind die Mondbesucher

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Auf diese Birke waren sie geklettert

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Der rettende Hund mit dem Ball.

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Die Tasche mit den Krümeln,die ihre Mondverpflegung sein sollten

20160821_084943-1So sitzen sie den ganzen Tag lang und schreien unaufhörlich ihr schrecklich lautes „kikeriki“. Mal sehen, wer ihnen die richtige Zeit für ihr Krähen beibringt.

U. Böhnke-Kuckhoff

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