Auf Reede vor Indien

Hallo, ich schicke einen kurzen Gruß vor dem ersten indischen 
Hafen, Mundra heißt er. Aber noch sind wir nicht da. 
Heute läuft alles etwas außer Plan, was allerdings für 
den Kapitän Peti ganz gut ist, weil er sich so doch 
ausruhen konnte nach dem gestrigen Stresstag. 
IMG_4878Ich finde 
es auch gut, so konnte ich lange in der Sonne liegen und 
den nächsten Krimi auslesen. Wir haben nämlich den Anker 
geworfen und stehen, zusammen mit weiteren Schiffen, 
auf dem Meer kurz vor der Hafeneinfahrt. Heute Nacht um 
Drei gab es einen langen Alarmton. Der zweite Blackout 
auf dieser Reise. So ein Ton weckt jeden, er ist laut 
und schrill und macht schon etwas ängstlich. Aber da wir 
das schon mal hatten, war ich nicht ganz so verängstigt 
wie beim ersten Mal. Peti musste also nach seinem langen 
Tag wieder auf die Brücke. Er signalisierte mir aber, 
dass ich weiter schlafen könne. Um Vier sollte er den 
Lotsen empfangen für die Einfahrt in den Hafen. Aber er 
kam nach einer Weile zurück und legte sich wieder 
schlafen. Am Morgen erfuhr ich dann, dass wir wegen 
dickem Nebel nicht einlaufen können und den Anker werfen 
mussten. Und als ich aus dem Fenster sah, bestätigte sich 
das. Nun stehen wir also hier, die Sonne scheint und der 
Nebel beginnt erst einige hundert Meter hinter dem Schiff. 
Heute früh war nicht mal unsere Spitze zu sehen. Aber 
noch stehen wir. Alle sind, glaube ich, ganz froh, 
dass der Tag ruhiger als geplant, verläuft.
In den IMG_5035Na, da kommt doch nicht etwa ein eneisausflugsdampfer 
von der Spree aus Berlin? 
In den Häfen gibt es immer viel Arbeit für jeden hier auf 
dem Schiff. Die Besatzung hat an Bord wirklich rund 
um die Uhr zu tun, aber im Hafen kommt noch mehr 
als gewöhnlich auf alle zu. Die Matrosen stehen Wache 
an der Gangway, der Chief Mate, überprüft das Laden 
der Container und jeder hat eine spezielle Aufgabe, 
die oft die Nacht hindurch dauert. 
IMG_4985
Über die Arbeit des Kapitäns schreibe ich nächstes Mal. 
Diese Berichte von Katrin Schrader sind mehr für die 
Papis oder Mütter und anderen Erwachsenen. Wir bekommen viele 
"gute Zensuren" dafür mit der Email-post. 

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